Die Geschichte

 

Urkundlich wird unser Ort bereits 1314 zum ersten mal erwähnt. Damals unter den Namen " Rotenisdorf ". Später 1340 ist er unter " Rothwinsdorf " in den Schriften zu finden. Entstanden ist die Siedlung durch Zusammenschluß von 8 Frongut Besitzern, deren Grundeigentum zur Pflege von Coburg gehörte. Unser Ort lag damals an der Hauptverbindungsader zwischen Nürnberg und Leipzig. (Heer und Handelsweg) Die Brücke über die Steinach war der sogenannte Brückenkopf (heute unter Dorstenbrücke bekannt, die die Stadtteile Köppelsdorf und Hüttensteinach trennt). Die Handel Reisenden wurden 4 mal im Jahr (ab 1560/61) von der Bevölkerung von Oberlind nach Judenbach begleitet. Die Reise dauerte damals einen ganzen Tag, da der Weg sehr schlecht und staubig war. Neben den Wegen lag ein undurchdringlicher Urwald. Im Tal in der Nähe am Abzweig nach Richtung Judenbach entstand dann auch ein sogenanntes Siechenhaus. In diesen Haus wurden erkrankte Fahrensleute gesund gepflegt. Um 1400 entstanden dann in Flußnähe kleine Hämmer.(Durch Wasserkraft angetrieben) die jedoch 1464 ihren Dienst einstellten. Durch den Herzog Wilhelm dem Tapferen wurde am 13.04.1464 drei Nürnberger Bürger die Genehmigung gegeben, eine Saigerhütte zu errichten. Die Genehmigung brachte den Herzog jährlich 30 Gulden Florin als Zins ein. In den Hütten wurde aus Rohkupfer Garkupfer gewonnen und das begehrte Silber geschieden. 15 96 wurde dann durch Hans Stauch ein Eisenhammer eingerichtet. Die Blütezeit für die Hämmer lag am Ende des 16.Jahrhunderts. Durch Religionsverfolgungen wechselten die Besitzer der Hämmer öfter. Durch den großzügigen Kaufmann Thomas Paul aus Kärnten (Österreich) wurde die Produktion ab 1604 erhöht. Durch dessen Raubbau an den Wäldern und die enormen Kosten dafür war er aber 1611 bereits Pleite. 1664 entstand dann durch die Unterlinder Familie von Erffa ein großes Hammerwerk in dem aus Eisenerz Gebrauchsgegenstände wie Sicheln oder Sensen für den Coburger Raum gefertigt wurden. 1681 verkauften diese das Werk an den sächsischen Hammerschmied Andreas Gottfried. Aber bereits 1690 wurde das Werk vom Freiherr von Born übernommen. Er vereinigte es dann mit den Obersteinacher. Nach seinem Tod kauften 1695 Johann Christoph Baumann zu Friedrichsthal und Gg. Sebastian Gottfried alle seine Werke auf. 1698 teilten aber die beiden die Werke wieder auf. Baumann erhielt die Hüttener Werke. Von dessen 10 Kinder übernahmen 2 Söhne 1745 alle seine Werke. 1778 entstand auch eine Spiegelfabrikation, die Ihre Produkte auch Überregional lieferte. Anfang des 18. Jahrhunderts ging aber die Anlage ein. Nach einer Neuaufteilung der Gebiete wurde Hüttensteinach dem Obereinnehmer Rippel zu Römhild zugeordnet. Die Herzogliche Kammer erwarb 1815 das im Konkurs gegangene Hammerwerk. Die Bevölkerung setzte sich damals aus Schäfer, Flößer, Goldwäscher und Hüttenarbeitern zusammen. Später gesellten sich noch Schnitzer und Spielwarenarbeiter dazu. Im Jahre 1817 wurden die alten Hammerwerke von den Kommerzienrat Greiner und Künzel aufgekauft und zu Porzellanfabriken umgebaut. In diesen Jahren blühte die Wirtschaft auf und die Einwohnerzahl stieg ebenfalls sehr rasch an. Durch den Anstieg der Bevölkerung und den Fabriken wurde 1848 eine Neuaufteilung des Dorfes Hüttengrund (es begann am Sportplatz in der Nähe der heutigen Dorstenbrücke und endete im heutigen Hüttengrund/ Ortsteil Blechhammer an der Einmündung der Engnitz) beschlossen. Hüttensteinach hatte damals nach der Aufteilung die gleichen Flächenausmaße wie Heute. Um den Bevölkerungswachstum zu zeigen: 1871 hatte der Ort 439 Einwohner und 40 Jahre später bereits mehr als das Doppelte 986 Einwohner. Bereits in den Jahren 1868 wurde mit dem Bau von Wasserleitungen begonnen. Diese waren anfangs aus ausgehöhlten Baumstämmen die mit der Industrialisierung später durch Tonrohre ersetzt wurden . Da die Quellen sehr hoch lagen, reichte der normale Höhenunterschied, um alle Häuser mit dem kostbaren Naß zu beliefern. Am 1.10.1886 wurde die Steinachtalbahn in Betrieb genommen. Sie reichte von Sonneberg nach Lauscha.(Für damalige Verhältnisse eine Ingenieur Meisterleistung.) Durch Ihr konnte ein neues Transportmittel genutzt werden, um die fertigen Produkte bzw. Rohstoffe noch schneller zu befördern. Die größeren Fabriken hatten übrigens alle einen eigenen Schienenstrang. Die größte Fabrik in Hüttensteinach war die der Gebrüder Schoenau und Swaine & Co.G.m.b.h.. In den 9 Brennöfen wurde Elektro technisches Porzellan, Gebrauchs.- sowie Luxusgeschirr hergestellt. Den ersten Rückschlag bekam diese Firma durch eine große Kesselexplosion am 26.11.1931. Ebenfalls hatte die Gemeinde einen eigenen Steinbruch. Er wurde 1890 eröffnet. Der gewonnene Schotter und Grauwacker wurden zum Straßen und Wegebau verwendet. Ende der 30er Jahre wurde der Abbau wegen Geringfügigkeit eingestellt. Durch das große Wirtschafts- und Einwohnerwachstum in der Region wurde am 1.4.1923 die Großgemeinde Köppelsdorf gebildet. Ihr gehörten die Dörfer Hüttensteinach, Köppelsdorf und Steinbach an. Durch den Zusammenschluß war sie in diesen Jahren die größte Industriegemeinde im Sonneberger Raum. Durch den Druck der Bevölkerung wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche immer lauter (vorher mußten alle angrenzenden Dörfer in die Gemeinde Oberlind). Deshalb wurde dann im Mai 1905 der Grundstein für eine eigene Kirche gelegt (Bauleiter war der Saalfelder Baurat Rommel) und am 23. September1906 konnte nach kurzer Bauzeit die Einweihung mit einem Festgottesdienst mit Pfarrer Robert Butzert erfolgen. In den 40er Jahren blühte die Wirtschaft noch einmal auf. Nach dem Krieg war dann eine wirtschaftliche und politische Flaute. Die größeren Fabriken wurden alle enteignet und verstaatlicht. In den Jahren 1950/51 wurde dann die Großgemeinde Köppelsdorf zu der Stadt Sonneberg eingegliedert. Einen weiteren Tiefschlag mußte die Stadt Sonneberg einstecken, als Sie 1961 als Sperrgebiet (wegen der Nähe zur innerdeutschen Grenze- antifaschistischer Schutzwall) deklariert wurde. Alle Besucher mußten einen Passierschein bei den Behörden beantragen. Den größten wirtschaftlichen Schlag bekam unser Hüttensteinach mit dem Bau der EKS (Elektro- Keramisches Kombinat Hermsdorf auch "Weise Pumpe" genannt) Durch den Neubau wurden dann der ehemalige größte Betrieb "Schoenau" aufgegeben (zum Teil wegen veralteter Technik). Nach Zerfall einzelner Häuser wurden in den letzten 60er Jahren dann Teile des großen Komplexes wegen Einsturzgefahr und der Nähe zu der Straße und Bahn abgerissen. Einige Teile davon wurde als Lager (ehemals GHG Technik Kulturwaren) und Werkstätten für Steinmetzarbeiten sowie Getreidelager umgebaut. Die anderen meist kleinen Betriebe, die den 2.Weltkrieg "überlebt" haben, wurden entweder von großen Kombinaten übernommen oder ganz geschlossen. Durch den wirtschaftlichen Abbau änderte sich auch die Bevölkerung. Die meisten mußten zum arbeiten in andere Stadtteile fahren. Die Berufsgruppen änderten sich. Der letzte große Umschwung kam mit dem Mauerfall. Verstaatlichte und enteignete Betriebe wurden an Ihre alten Besitzer zum Teil zurückgegeben bzw. es fanden sich neue Besitzer, die durch die Privatisierung einen Neuanfang wagten. Es entstanden neue Geschäfte und Firmen. Die Steinacher Straße wird wieder wirtschaftlich belebt. Auch wenn der größte Teil der Bevölkerung zu den sogenannten Pendlern gehört, die in den angrenzenden Orten zur Arbeit gehen müssen.